Blog von Äbtissin Christiana Reemts

Heute ist unser Kirchweihfest. Es ist der Tag, an dem wir danken für unserer Kirche als Gebäude für den Gottesdienst, es ist ein Festtag unserer Gemeinschaft, an dem viele Mitschwestern Profess gemacht haben, es ist aber auch ein Tag der Freude über das Kirche-Sein überhaupt. Heute morgen in der Messe überfiel mich plötzlich diese Freude: Ich bin katholische Christin, ich darf zu dieser Kirche gehören, wenn es überhaupt etwas gibt, worauf ich stolz bin, dann darauf.
 
„Kontemplation ist der Versuch des Glaubenden, dankbar zu sein. Der Versuch geistig zu realisieren, was ihm sakramental zuteil geworden ist“ (H.U.v.Balthasar).
 
„Bei dem, der Jesus nachfolgt, gibt es keine Müdigkeit und Lustlosigkeit. Denn das Nachfolgen selbst nimmt die Müdigkeit und Lustlosigkeit weg. Damit wir, die wir vor Beginn der Nachfolge müde und lustlos waren, nicht mehr so sind, gibt er selbst uns den Rat: 'Kommt alle zu mir, die ihr müde und lustlos seid und unter Lasten stöhnt. Ich werde euch Ruhe gewähren' (Mt 11,28). Wenn wir also müde und lustlos zu ihm kommen, um ihm nachzufolgen, werden wir anschließend sagen können: 'Ich aber bin nicht müde und lustlos gewesen, während ich dir nachfolgte'“ (Jer 17,16 in der Fassung der griechischen Bibel) (Origenes).
 
"Was Jesus meint, ist keine Entfaltung der natürlich-religiösen Anlage, wie sie im Gang der Religionsgeschichte vor sich geht oder wie sie die mystischen und asketischen Systeme der verschiedenen Religionen anstreben. Er ist vielmehr gekommen, um den Gott zu offenbaren, der der Welt gegenüber souverän und unbekannt ist; um uns zu sagen, wie es vor diesem Gott mit uns steht und uns zu verkünden, was er willens ist, an uns zu tun. Jesus lehrt keine höheren Möglichkeiten religiöser Entwicklung, sondern vollzieht Erlösung, setzt den Anfang der Neuen Schöpfung und kündigt das Gericht an. Hier geht es - zuerst und grundlegenderweise - nicht um menschliche Erfahrung, sondern um ein göttliches Tun aus freiem Ratschluß. Christ-werden aber heißt, dieses Tun im Glauben auf Christi Wort zur Grundlage und zum Maßstab der eigenen Existenz nehmen, gleichgültig, was einer dabei erfährt; ob er sich "vertieft" oder nicht, harmonisch oder zerrissen, vollkommen oder fragmentarisch wird" (R.Guardini).
 
Mitunter ist die Tradition Fortschritt genug (J. Fest).