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Blog von Schwester Christiana

21. September 2026

Ich führe oft Gespräche, in denen Menschen von mir Rat und Hilfe erwarten. Am Ende danken sie für meine Begleitung. Ich aber erkenne im Rückblick: Du hast mir mehr geholfen als ich dir; durch deinen Eifer, deine Ernsthaftigkeit, deine Christusliebe, Du hast mich ermutigt, neu anzufangen und umzukehren. In solchen Moment weiß ich, dass es Christus selbst ist, der hinter uns beiden steht und uns miteinander und durcheinander führt.

19. September 2026

Irgend etwas wollen wir Immer festhalten, unsere Gesundheit, unsere Zeit, den Ort, an dem wir leben, Menschen. Jesus entäußerte sich…, er ließ alles los.
Festhalten führt zu Armut, nur loslassen ermöglicht Gott zu wirken. Aber das zu glauben, zuinnerst zu glauben, so dass es auch das Leben bestimmt, ist schwer. Je länger ich lebe, umso mehr merke ich, wie wenig ich glaube, wie viel mir zum Glauben fehlt.

14. September 2026

Aristoteles sagt, dass man auch denen dankbar sein muss, deren Ansichten man nicht zustimmt, denn auch sie haben etwas zur Wahrheit beigetragen. Auf jeden Fall helfen sie uns, uns mit einer Sache intensiver zu befassen und genauer über sie nachzudenken. Ich finde es sehr problematisch, wenn Menschen geistig immer nur im Raum von Gleichdenkenden bleiben und sich so ständig bestätigen lassen. Die Gefahr sehe ich durchaus auch bei mir selbst. Deshalb ist es mir wichtig, ganz bewusst Dinge zu durchdenken, die mir fremd und unsympathisch sind. Das ist bei fremden Religionen oder Philosophien weniger schwierig als Theorien, die katholische Theologen äußern und die ich für falsch halte. Aber trotzdem: Auch Bücher, über die ich mich nur ärgere, haben mich weitergebracht.

12. September 2026

In meinem Leben erkenne ich so klar Gottes Führung und Liebe, dass sich die Theodizeefrage nicht stellt. Ich glaube, sie würde sich auch nicht stellen, wenn ich einen Unfall hätte oder schwer krank würde. Aber das Leiden der anderen lässt mich ohne Antwort und völlig ratlos. So viele Menschen werden einfach wehrlos zermalmt.

 

08. September 2026

Die Aussage Jesu, dass auf dem Stuhl der Schriftgelehrten Leute sitzen, die an die anderen Forderungen stellen, die sie selbst nicht erfüllen, kann ich nicht auf die heutige Kirche beziehen, die reduziert die Anforderungen eher. Aber im säkularen Bereich, in der neuen Religion der Tech-Milliardäre gilt es. Sie wollen uns zwingen, bestimmte Dinge zu tun, tun es aber selbst nicht, sie lassen z.B. ihre eigenen Kinder nicht der Smartphone-Sucht verfallen, in die sie andere Kinder führen.

07. September 2026

In die momentane Weltuntergangsstimmung möchte ich innerlich nicht einstimmen, das würde bedeuten, einer politischen Partei zu viel Macht über mich einzuräumen. "Wir aber wollen, von der Liebe geleitet, die Wahrheit bezeugen und in allem auf ihn hin wachsen" (Eph 4,15). Als Christen haben wir Christus als Maßstab und Vorbild, das sollte uns in der Beurteilung von gesellschaftlichen Veränderungen Halt geben. Vor allem aber müssen wir als Christen Widerstand zu leisten, wenn etwas als christlich bezeichnet wird, was dem Evangelium widerspricht.