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Blog von Schwester Christiana

14. Oktober 2026

In Vaticannews las ich, dass der US-Militärerzbischof Timothy Broglio nicht nur die geplante öffentliche Hinrichtung von Nidal Malik Hasan verurteilt hat, sondern auch deutlich sagte, katholische Angehörige des Militärs, die diesem Erschließungskommando zugeteilt werden, seien verpflichtet, "darum zu bitten, von dieser Aufgabe entbunden zu werden, da eine Beteiligung an einer Hinrichtung der Lehre der katholischen Kirche widerspreche." Das sind klare Worte! Was ich daran gut finde, ist, dass ein Bischof zunächst die Sache selbst verurteilt, sich dann aber an die "eigenen Leute" richtet und ihnen eine klare Hilfestellung gibt. Zu lange hatte man das Gefühl, dass unsere Kirche gar nicht mehr wagt, gut und böse zu unterscheiden, sondern alles dem Gewissen des Einzelnen überließ. Aber der einzelne Katholik, erst Recht, wenn er in eine Grenzsitutation wie es ein Erschließungskommando ist, gerät, braucht die Hilfe der Kirche, um sein Gewissen zu bilden und zu stärken.

12. Oktober 2026

Es berührt und beschämt mich, wie freundlich und entgegenkommend Menschen sind, wenn ich im Ordenskleid auf sie zukomme. Ich bin zur Zeit in Kloster Nütschau in Schlesweg-Holstein und eigentlich könnte man erwarten, dass der Anblick einer Nonne hier eher ungewöhnlich ist und Abwehr hervorruft. Aber das Gegenteil ist der Fall: Sehr nette Gespräche mit interessierten Fragen und sogar kostenlose Eintritte in Museen und evangelische Kirchen. Ich glaube, wir Ordensleute sollten möglichst immer - auch in den Ferien - im Habit unterwegs sein, die Menschen brauchen unsere Gegenwart.

11. Oktober 2026

Die Unterscheidung zwischen richtig und falsch ist im Glauben nicht leicht, sie war es nie, auch zur Zeit der Kirchenväter nicht. Die großen Häretiker waren oft sehr fromme Leute, fest im Glauben verwurzelt und völlig überzeugt, ihm zu dienen. Das Einzige, was man ihnen vorwerfen konnte, war, nicht das Ganze zu sehen. Heute ist es ähnlich. Es gibt so vieles, was sich christlich nennt, und ich denke, viele, auch solche, die wirklich Falsches vorbringen, wollen subjektiv nichts Böses, sondern den Glauben so verkünden, dass er den Menschen heute nützt. Was hilft dagegen? Wohl nur, sich bewußt der Kirche unterstellen. Wie macht man das? Indem man nicht nur das wahrnimmt, was gegenwärtige Theologen schreiben, sondern, so weit wie möglich die ganze Tradition.

08. Oktober 2026

Die Internetgiganten werden reich, indem sie uns für die Krankheiten, die sie zuvor selbst erzeugt haben, die Medizin verkaufen. Das wird auch bei der künstlichen Intelligenz so sein.

06. Oktober 2026

„Seid fruchtbar und mehrt euch“ ist der schöpfungsgemäße Auftrag Gottes und es braucht eine besondere Berufung Gottes, um dieses Gebot nicht befolgen zu müssen. Die vielen gewollt kinderlosen Menschen in unserem Land verdunkeln das Verständnis für unsere Berufung, die oft sehr schmerzhaft sein kann, denn Kinder sind etwas Wundervolles.

04. Oktober 2026

Askese ist der freiwillig Verzicht auf Dinge, die ich ohne zu sündigen tun könnte. Früher ging es - vor allem in den Klöstern - um den Verzicht auf Essen, Trinken und Schlaf, um den Verzicht auf privates Eigentum, auf Sexualität, auf Selbstbestimmung, heute kommt das ständige Abholen von Nachrichten hinzu. Gestern lernte ich von einem Gast, dass man sich 90x überwinden muss, bis etwas zu einer neuen guten Gewohnheit wird.