Unbeweglichkeit
Letzte Woche hatten wir einen Studientag zu Thomas von Aquin. Dabei habe ich etwas verstanden, was ich bisher immer schwierig fand, nämlich wie Gott unbeweglich genannt und zugleich von Schöpfung, Offenbarung und Menschwerdung gesprochen werden kann. Unbeweglichkeit klang für mich nach Starre, Stillstand, Unlebendigkeit.
An diesem Studientag wurde mir klar, dass jede Bewegung, sei sie geistig oder materiell, einen Mangel voraussetzt, denn Bewegung zielt immer auf etwas, was noch nicht ist, auf eine Möglichkeit, die erst noch verwirklicht werden soll. Gott aber ist die Fülle, in der es keine unverwirklichten Möglichkeiten gibt, er ist pulsierendes Leben, dem nichts fehlt. Das soll mit dem Begriff "Unbeweglichkeit" ausgedrückt werden, also genau das Gegenteil von Stillstand und Starre.
