Waffe der Liebe
Ich habe am 4.6. schon einmal über Pfarrer Manfreid Deselaers geschrieben, der es ganz zu Recht nicht akzeptieren will, dass wir Christen auf die Aufrüstung und die ständig sich vermehrenden Kriege keine Antwort haben und was schlimmer ist, sie noch nicht einmal hinterfragen. Wir nehmen die Situation hin, seufzen und hoffen im übrigen, dass wir verschont bleiben. Aber ist das die Antwort des Evangelium, die Antwort Jesu?
Pfarrer Deslaers hat einem polnischen Journalisten ein Interview gegeben, das Sie hier in Übersetzung finden können („Die Waffe der Liebe“). Daraus einige kurze Zitate:
„Wir sagen doch, dass unsere christliche Waffe vor allem die Liebe sei. Und was machen wir damit? Nichts. Ich meine, ich sehe es nicht. Wie kann man in diesem Krieg mit Liebe schießen? Ich meine, wie erreicht man die Herzen der Menschen auf der anderen Seite? Und wenn wir den anderen in die Augen schauen wollen, müssen wir selbst ehrlich sein und uns öffnen. Ich weiß nicht, wie ich das anfangen soll, aber wir müssen etwas tun. Und ich habe ja schon gesagt: Wenn ich nicht weiß, was ich tun soll, muss ich beten. Vielleicht zeigt mir Gott einen Weg. Und wir müssen uns treffen. Man kann sich treffen, reden, nach Wegen suchen, und wenn mir nichts einfällt, fällt vielleicht Dir etwas ein. Wie viele Militärkonferenzen gibt es? Wie viele Konferenzen der Kirche, von Christen gibt es zu diesem Thema? Wo treffen sie sich? Ich weiß es nicht. Nun, vor kurzem war der Katholikentag in Deutschland. Dieses Thema kam da nicht vor.“
„Wir müssen glauben, dass noch etwas anderes möglich ist. Und darin investieren, aber mit dem Herzen, mit Gebet. Und so hoffe ich, immer noch, dass dieser Krieg endet, irgendwie, wunderbar. Alle Waffenhersteller werden unglücklich sein, aber ich werde glücklich sein.“
