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Hier bin ich

Alles Wichtige in der Heilsgeschichte konnte nicht geschehen, ohne dass Menschen sich von Gott ergreifen ließen: Mose sagt ja dazu, das Volk Israel aus Ägypten zu führen, er sagt ja trotz aller Bedenken und im vollen Wissen um seine eigenen Mängel. Der Exodus war nicht sein Idee, aber ohne seine freie Zustimmung wäre er nicht erfolgt. Hätte er nur das getan, was ihm möglich erschien, hätte es keinen Exodus gegeben. 
Maria stimmte der Menschwerdung zu, indem sie sagte: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinen Wort.“ Die Menschwerdung war sicher nicht ihre Idee, aber ohne ihre Zustimmung wäre sie nicht erfolgt. Hätte sie konsequent das verfolgt, was ihr wichtig war, hätte es keine Menschwerdung gegeben, jedenfalls nicht mit ihr als Mutter Gottes.
Jesus wartete, bis seine vom Vater vorherbestimmte Stunde kam, in der er ja sagte zum Willen des Vaters, auch dort, wo er ihn nicht mehr verstand.
Auch in unserem Leben ist das ähnlich, das wirklich Wichtige kommt überraschen. Ich selbst würde im Rückblick sagen: Es war gut für mich, das ich nicht alles selbst machen musste, und ich bin aus dieser Erfahrung heraus gespannt, was noch kommt.
Gott hat mit der Menschwerdung und der Auferstehung etwas gewirkt, was kein Mensch sich hätte ausdenken können. In dieses Geschehen wurden wir in der Taufe hineingenommen. Wir sollen lernen, wie Abraham immer neu zu sagen: „Hier bin ich“. Leider müssen wir sie nicht nur dann sagen, wenn uns die Sache sowieso plausibel erscheint.