Freitags in der Fastenzeit
Freitags in der Fastenzeit haben wir nach der Vesper eine Zeit der eucharistischen Anbetung. Als ich gestern in der Kirche kniete, wurde mir plötzlich völlig deutlich, deutlicher als jemals zuvor, dass die Gegenwart Christi in den gewandelten Gaben von Brot und Wein der Ernstfall des Glaubens ist. Die Inhalte des Glaubensbekenntnisses sind geistiger oder historischer Art, wenn ich an sie glaube, schwingt immer ein Element von Fürwahr- und Wahrscheinlichhalten mit. Der Glaube an sie ist leicht verglichen mit der Zumutung, in dieser kleinen Oblate den lebendigen Gott hier und jetzt in Mariendonk zu sehen. Das kann ich nicht glauben im Sinn von „wird schon so sein“, das glaube ich gegen alle Evidenz, gegen alles, was mir meine Sinne, mein Gefühl und mein Verstand sagen, die behaupten, dass es nur Brot ist. Einzig mein Glaube weiß, dass hier Christus anwesend ist und ich niederfallen muss. Wäre er es nicht, wäre das, was ich tue, Götzendienst, so aber sind es Liebe, Hingabe, Verehrung, Anbetung Gottes, des Schöpfers von Himmel und Erde.
