Zum Hauptinhalt springen

Julian Barnes

Gelesen: Julian Barnes, Der Lärm der Zeit (2017). Ein Roman, der das Leben des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) zum Inhalt hat. Barnes schildert keine Grausamkeiten, zeigt aber einen Künstler, der in der Stalinzeit viele Kompromisse machen musste, um arbeiten zu können und den diese Anpassung zu Selbstverachtung, ja zu Selbsthass führte. Der Roman ist psychologisch sehr differenziert, er versucht zu verstehen, dass Menschen keine andere Möglichkeiten sehen, als sich der Macht zu beugen und verurteilt dieses Verhalten nicht.
Gestern erzählte mir eine Mitschwester von einer befreundeten Professorin, die in den USA unterrichtet und vorsichtig sein muss, was sie per Email schreibt, denn wenn sie etwas „Falsches“ schreibt, z.B. eine negative Bemerkung über Trump, besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr in die USA einreisen darf. 
Ich bringe diese beiden Dinge innerlich zusammen...