W. Thüsing
Wenn ich auf Jesus Christus schaue, ist es eine bleibende Herausforderung zu bekennen, dass er Gott und Mensch zugleich ist, immer droht - vor allem in der Frömmigkeit - die Gefahr, nur die eine Seite zu sehen.
Aber nicht nur die Person Jesus Christus ist schwierig, auch seine Lehre ist es, denn in ihr gibt es „die Spannungseinheit von radikaler Forderung und radikaler Liebe“ (W. Thüsing). Hier gibt es die Versuchung, entweder die Forderung zu betonen („du musst, du musst, du musst“) und Liebe, Verständnis und Barmherzigkeit zu vergessen (u.U. auch sich selbst gegenüber) oder aber nur den „lieben Gott“ zu sehen, der sich allen zuwendet und dabei zu vergessen, dass es um Leben und Tod geht.