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seine Seele hassen

Origenes schreibt im Kommentar zum Matthäusevangelium zum Gebot der Gottes- und Nächstenliebe (vgl. Mt 22,34-40): „Bei der Auslegung des Gebots von der Nächstenliebe sollte folgendes bedacht werden: Das Wort: 'Wer die Bosheit liebt, hasst seine Seele' (Ps 11,5) zeigt deutlich, dass niemand, der die Bosheit liebt, seinen Nächsten lieben kann, da er ja nicht einmal sich selbst lieben kann. Daher kann einer, der die Bosheit liebt und seine Seele hasst, das zweite Gebot nicht erfüllen.“ Ich finde das bedenkenswert: Solange wir Böses tun - und wer tut das nicht? - fehlt uns die Ganzheit. Wir stehen mit uns selbst im Widerspruch, denn wir handeln unserem eigenen Wesen zuwider, das von Gott auf ihn hin und damit auf das Gute hin, geschaffen wurde. Ob wir es wissen oder nicht, hassen wir uns selbst und das ist der Grund, warum es so wenig wirkliche Nächstenliebe  in der Welt gibt.