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Wir freuen uns, dass Sie unsere Homepage besuchen. Sie finden hier Informationen über unsere Gemeinschaft, über unseren Gottesdienst und über die Art und Weise, wie wir unseren Glauben leben.

Aktuelles

Tagebuch (39)
„Lass dich nicht durch die Betrachtung deines Lebens in seiner Gesamtheit entmutigen! Fasse nicht alle Unannehmlichkeiten, die dir vielleicht noch begegnen könnten, nach Beschaffenheit und Menge auf einmal in Gedanken zusammen, sondern frage dich vielmehr bei jeder einzelnen, wenn sie da ist: Was ist denn daran eigentlich nicht zu ertragen und auszuhalten?...Denke ferner daran, dass weder das Zukünftige noch das Vergangene, sondern immer nur das Gegenwärtige dir lästig werden kann, des letzteren Last aber gemildert wird, wenn du erwägst, wie kurz es ist, und wenn du deiner denkenden Seele die Schwäche vorhältst, dass sie nicht einmal eine kleine Bürde aushalten könne“ (Marc Aurel).
 
Tagebuch (38)
Beim heutigen Sonntagsevangelium fühle ich mich immer wieder ertappt und erkenne, dass ich nicht klüger bin als die beiden Jünger, die nach Emmaus gingen. „Da blieben sie traurig stehen und sagten: Wir aber hatten gehofft...“.
Wie oft hoffe ich etwas und bin traurig, wenn meine Wünsche nicht erfüllt werden, seien es nun materielle Dinge oder geistige. Ich bete zwar täglich mehrmals: „Dein Wille geschehe“, hoffe aber inständig, dass alles so kommt, wie ich es erhoffe.  Gerade jetzt macht die Pandemie mir einen ziemlichen Strich durch meine Pläne und ganz vielen anderen Menschen auch.
Und was sagt Jesus dazu? Er sagt bezogen auf sich selbst: „Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?“ Man kann diesen Satz aber auch auf seinen Leib, die Kirche, beziehen: „Mußte das alles nicht so kommen?  Steht es nicht schon in der Heiligen Schrift, dass es in dieser Welt keine Leidfreiheit geben wird und dass wir alle durch den Tod hindurch müssen?“
Jesus ist diesen Weg vorangegangen - das feiern wir an Ostern - und wenn er uns das Brot bricht, dürfen wir seine Tat immer wieder sakramental begehen. Ich höre den Einwand: „Aber wir dürfen nicht Eucharistie feiern.“ Auch dann können wir ihn am Brot brechen erkennen, sei es auch am Bildschirm, und wissen, dass er für uns da ist und den Weg mit uns geht.
 

Tagebuch (37)
Heute hat Schwester Paula ihre zeitliche Profess abgelegt. Eine Profess ist die Übergabe des ganzen Lebens an Christus. Insofern ist es eigentlich ein Widerspruch in sich, die Profess zunächst für drei Jahre abzulegen. Man kann sich Christus nur ganz und für immer schenken und genau das hat Sr. Paula heute getan.
Was ist eine Profess? Eine Profess ist kein Versprechen. Ein Versprechen kann man halten und erfüllen, und wenn man es erfüllt hat, ist man wieder frei. Die Profess ist kein solches Versprechen, denn man kann sie nie erfüllen, sondern nur darauf hinwachsen, Christus immer mehr zu gehören.
Auch wenn die Profess in sich kein Versprechen ist, gehört zur ihr als ein Bestandteil unter anderen auch ein Versprechen, das Versprechen von Beständigkeit, klösterlicher Lebensführung und Gehorsam (also nicht wie in anderen Orden das Versprechen von Armut, Jungfräulichkeit und Gehorsam). Genauso wichtig, ja vielleicht noch wichtiger ist der Hymnus (das sogenannte „Suscipe“), in dem Schwester Paula Gott feierlich gebeten hat: „Nimm mich auf, o Herr nach deinem Wort, dann werde ich leben, enttäusche mich nicht in meiner Hoffnung.“

Bei uns gehört zur zeitlichen Profess auch die Fußwaschung durch die Äbtissin. Wie diese unter den jetzigen Bedingungen vor sich ging, illustriert das - nicht ganz ernst gemeinte - Bild:

Tagebuch (36)
Wir waren in vielerlei Weise vernetzt, privat, beruflich und global. Auf einmal sind wir zurückgeworfen auf uns selbst - der Einzelne, aber auch jedes Land. Auf einmal erkennen wir wieder den Wert einer gewissen Autarkie. Innerlich und äußerlich, geistig und auf Güter bezogen. In Zeiten wie der unsrigen ist es ein Wert, aus dem zu leben, was im Nahbereich vorhanden ist und sich daran zu freuen.
 
Tagebuch (34)
Ich frage mich manchmal, ob meine Generation, also die Generation der 50-70jährigen, nicht sehr privilegiert ist. Wir haben weder den Krieg noch die Nachkriegszeit erlebt, wir kennen keinen Hunger, keinen Mangel, wir wurden groß in der Zeit des Wirtschaftswunders, als jeder Konsum möglich war. Die Älteren haben den Krieg und die Nachkriegszeit durchgestanden und sterben jetzt möglicherweise einen einsamen Tod im Krankenhaus. Und wird es in der Welt der jetzt 20jährigen noch all das geben, was wir hatten?

Damit dieses Tagebuch heute nicht ganz so negativ klingt, möchte ich Sie auf das Gedicht „Daheimbleiben“ von Eugen Roth hinweisen. Eine Leserin dieses Tagebuchs machte mich als Antwort auf meinen Eintrag von vorgestern darauf aufmerksam. Ich weiß nicht, ob ich Probleme mit dem Urheberrecht bekomme, wenn ich es hier zitiere, deshalb lasse ich das, aber Sie können es im Internet leicht finden, z.B. unter:
https://hildegardlewi.wordpress.com/2015/04/22/mit-fremden-federn-9/