Herzlich Willkommen!

Wir freuen uns, dass Sie unsere Homepage besuchen. Sie finden hier Informationen über unsere Gemeinschaft, über unseren Gottesdienst und über die Art und Weise, wie wir unseren Glauben leben.
Wir laden Sie ein, bei uns Gast zu sein und an unserem Gottesdienst und an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.

Aktuelles

Tagebuch (50)
Immer wieder wird in unserer Gesellschaft gefordert, dass Frauen mindestens 30 %, eigentlich aber 50 % aller leitenden Posten einnehmen sollten, und dass man Unternehmen zwingen müsse, dafür zu sorgen. Ich bin keineswegs dagegen, dass mehr Frauen in Leitungsaufgaben kommen, ganz im Gegenteil, was mich stört, ist die implizite Wertung, dass Leitung auf jeden Fall besser ist als Dienst, dass ein DAX-Vorstand mehr ist als eine Krankenschwester. Christlich ist das nicht und gerade die Corona-Krise hat uns gelehrt, wie dringend wir Menschen brauchen, die anderen Dienste leisten, von Lastwagenfahrern über Verkäuferinnen bis zu Krankenpflegern und Ärztinnen.
Natürlich sollten Aufgaben nicht einfach durch die Geschlechtszugehörigkeit bestimmt werden, so dass Frauen unabhängig von ihren Begabungen dienen und Männer ebenfalls unabhängig von ihren Begabungen bestimmen, wo es lang geht. Aber es wird dabei bleiben, dass Frauen und Männer verschieden sind und dass Frauen im Durchschnitt (nicht unbedingt was die Einzelne betrifft!) eine andere Vorstellung von der sogenannten Work-Life-Balance haben und an anderen Tätigkeiten als Männer Freude haben. Das Problem ist nicht diese Verschiedenheit, sondern die falsche Wertigkeit in unserer Gesellschaft, die sich ganz brutal in der Bezahlung ausdrückt. Aber auch uns Christen fällt es auch nach 2000 Jahren noch schwer, das Wort Jesu anzunehmen, der sagte: „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“

Tagebuch (49)
Von Matthias Claudius gibt es ein Gedicht, dessen erste Strophe lautet:
„Ich danke Gott, und freue mich
Wie's Kind zur Weihnachtsgabe,
Dass ich bin, bin! Und dass ich dich,
Schön menschlich Antlitz! habe.“
Der Dichter dankt Gott für die Gnade, ein Mensch zu sein, was sich im Gesicht ausdrückt; nur Menschen haben im eigentlichen Sinn ein Gesicht. Das bezeugen auch viele Redewendungen wie z.B.: „das Gesicht verlieren“; „etwas steht ihm / ihr im Gesicht geschrieben“; „sein wahres Gesicht zeigen“; „ein langes Gesicht machen“; „Gesicht zeigen“.
Es gibt in Deutschland das Vermummungsverbot, wer demonstrieren will, soll Gesicht zeigen. Die Begegnung mit Burkaträgerinnen finden wir unheimlich, weil wir deren Gesicht nicht sehen. Das  Gefühl einer gewissen Bedrohung, von dem ich weiß, dass es irrational ist, empfinde ich auch in diesen Tagen oft, wenn ich Menschen mit Mundschutz begegne. Wenn es Bekannte sind, kann ich es einigermaßen ertragen, ihr Gesicht nicht zu sehen, weil ich es kenne, aber bei Unbekannten finde ich das schwierig. Man weiß oft weder das Geschlecht noch das Alter des Gegenübers. Ich merke erst jetzt, wie viel ich am Gesicht eines Menschen ablas.
Natürlich weiß ich, warum wir Mundschutz tragen, aber ich finde es macht Begegnung schwierig. Oder andersherum: Die Mundschutzpflicht in geschlossenen Räumen erleichtert es mir im Moment, zuhause zu bleiben. Und ich bin dankbar, wenn wir wieder Gesicht zeigen dürfen. Erst jetzt weiß ich, wie viel mir das bedeutet.
 
Tagebuch (48)
Gelesen: Richard Fortey, Leben. Eine Biographie: Die ersten vier Milliarden Jahre. Kein theologisches Buch, sondern ein von einem Paläontologen geschriebenes populärwissenschaftliches Sachbuch. Und doch ein theologisches bzw. ein für den Glauben relevantes Buch, denn es zeigt die Größe Gottes und seine unfaßbare Geduld. Das Buch relativiert alles: Leben, Zeit, Tod, den Wert jedes Geschöpfes. Alles kommt und vergeht, jede Art hat ihre Zeit.
Erst jetzt weiß ich wirklich, wie groß der Sprung ist, den es braucht für den Glauben, dass ich persönlich gemeint bin.
 
Tagebuch (47)
Christus ist nicht außerhalb der Welt, er thront nicht über ihr, sondern er ist ihr Mittelpunkt, ihr Zentrum, ihre Wahrheit. Wer nicht glaubt - und das gilt auch, wenn es fast alle sind - steht an der Peripherie der Welt, je weiter von Christus entfernt, umso vereinzelter.
 
Tagebuch (46)
Wir erleben die Pandemie als völlig unerwartet, als etwas, womit niemand gerechnet hatte. Aber stimmt das oder machen wir uns etwas vor? Wissenschaftler hatten seit vielen Jahren gewarnt, dass eine Pandemie kommen werde, aber niemand wollte es hören. Auch Bill Gates sagte schon 2015 in einem Vortrag, dass die wahre Gefahr unserer Zeit nicht von Atomraketen ausgehen werde, sondern von Mikroben. Sie würden eher als Kriege Millionen von Toten fordern, daher müsse die Welt im Kampf gegen sie aufrüsten.
Werden wir aus der jetzigen Pandemie etwas lernen oder weitermachen wie zuvor? Unsere anderen Probleme sind zur Zeit von den aktuellen Sorgen überdeckt, aber nicht verschwunden. Der  Klimawandel bleibt real, wir könnten um ihn wissen, die jungen Menschen mit den Aktionen „fridays for future“ wollen uns aufrütteln. Wir haben alle Informationen, aber wir verdrängen sie.
Und die direkt oder indirekt durch den Klimawandel verursachten Flüchtlingsströme sind auch real...