Wir alle haben eine Vorstellung, wie es „richtig“ wäre - in der Kirche, im Beruf, im Zusammenleben... Auch wie wir selbst sein müßten... Und wenn es nicht so ist, haben wir den Eindruck, dass etwas nicht stimmt, dass die Verhältnisse nicht „normal“ sind. Aber es ist normal, dass Menschen krank werden, auch psychisch krank, dass Dinge elend schief gehen, obwohl wir viel Kraft investiert haben, dass es überall und ständig Auseinandersetzungen gibt... es ist normal, denn wir leben in einer gebrochenen Welt!
Andererseits ist das Gefühl, das alles sei nicht richtig, auf einer tieferen Ebene wahr, es zeigt uns an, dass wir wissen, dass das von Gott mit der Schöpfung Gemeinte anders ist, dass unser Leben nicht so ist, es eigentlich sein soll. Das kann uns in die Resignation oder in blinden Aktivismus treiben, es kann uns aber auch auf Gott vertrauen lassen. Dazu ein Gedanke, der nicht von mir ist, den ich aber wichtig fand: Oft schreiben wir, wenn wir eine Bitte geäußert haben, bei der wir davon ausgehen, dass sie erfüllt werden wird: "Vielen Dank im voraus." Dasselbe tun wir in der Liturgie. Wir danken Gott für alles Gute, das er für uns getan hat, aber wir danken auch schon im voraus für alles, was er noch tun wird. Wir danken für dieses so gebrochene Leben und wir dürfen schon jetzt für den Himmel danken. Wir danken für die Vergangenheit, die wir bewältigt haben und für die Zukunft, die uns verheißen ist.