Im Moment scheint sich unsere ganze Gesellschaft in einer Art Warteschleife zu befinden. Aber worauf warten wir? Darüber lohnt sich nachzudenken.
Wenn ich mich selbst und unsere Gemeinschaft anschaue, dann warten wir darauf, unser altes Leben endlich zurück zu bekommen. Noch haben wir nicht wirklich akzeptiert, dass es kein Zurück in ein Leben vor 2020 geben wird; wir hoffen insgeheim, es wird wieder so werden wie früher. Doch das ist vermutlich ein Irrtum.
Richtiges Warten wäre das ganz bewußte Warten auf das, was kommt, im Glauben gesagt, das Ausschau-Halten nach Gott. „Ich will auf den Herrn warten, der jetzt sein Angesicht vor uns verhüllt, auf ihn will ich hoffen“ (vgl. Jes 8,17).
Eine vielleicht überraschende Frage, die aber weiterhilft: Was tut Gott eigentlich den ganzen Tag? Die Antwort der Hl. Schrift: Auch er wartet. Er wartet, dass wir uns ihm zuwenden, er wartet auf uns wie der Vater auf den verlorenen Sohn.
Corona als Zeit des Wartens. Nicht auf Godot, sondern auf die Begegnung mit dem lebendigen Gott.