Tagebuch (2)
In der Mitte der Fastenzeit - also heute - feiert die Kirche „Laetare“. Der Tag ist nach dem Eingangsgesang benannt, in dem es heißt: „Frohlocke, Jerusalem! Kommt herbei, versammelt euch, freut euch alle.“ Nichts könnte mehr aus der gegenwärtigen Zeit gefallen sein als diese Worte. Sich versammeln - ganz gefährlich! Sich freuen - dafür gibt es wirklich keinen Grund!
Aber stimmt das? Kommen wir uns nicht in dieser Zeit innerlich viel näher? Versammelt uns das Virus nicht sogar in gewisser Weise und führt uns zusammen in gemeinsamer Sorge? Und die Freude? Wir konnten uns unsere Freude bisher weitgehend selbst organsieren: Ausflüge, Reisen, Konzerte, Besuche, alles war möglich. Jetzt müssen, nein dürfen wir Freude empfangen, indem wir das Gegebene jedes Tages wertschätzen. Es gibt so vieles, was gut und schön ist!
Unsere Gemeinschaft ist jetzt unter sich, wir sind sozusagen die Kernfamilie, die sich Sorgen um einander macht und hofft, dass kein Mitglied krank wird und ins Krankenhaus muss. Das wäre unter den gegebenen Umständen sehr schwer.
Zum Schluss noch zwei Vorschläge zur Lektüre:
1. Lesen Sie doch einmal das ganze Johannesevangelium. Wenn Sie heute damit anfangen und jeden Tag ein Kapitel lesen, sind Sie an Ostern bei den Auferstehungsberichten. Die Zeit dafür haben Sie vielleicht gerade jetzt.
2. Wenn Sie etwas Mutmachendes brauchen, empfehle ich den Text eines ganz säkularen Propheten, hoffen wir, dass er recht hat:
https://www.absatzwirtschaft.de/das-ende-von-corona-wie-wir-uns-wundern-werden-wenn-die-krise-vorbei-ist-170962/
Einen gesegneten Sonntag!