Tagebuch (1)
Heute feiern wir das Fest des heiligen Benedikt. Der Name Benediktus bedeutet „der Gesegnete“, und so könnte man sagen, dass alle Benediktiner unter den Segen ihres Gründers stehen und den Auftrag haben, ihn weiterzugeben.
Wir leben in einer Situation, in der es schwer fällt, von Segen zu reden, wir nehmen sie  vielleicht sogar eher als Fluch wahr. Doch machen wir uns klar, dass wir keine übergeordnete Perspektive haben, wir wissen nicht, worauf das alles hinauslaufen wird. Vielleicht werden wir am Ende sogar erkennen, dass es auch Gutes gab, dass wir z.B. neu gelernt haben, was wichtig ist im Leben. Eines sehen wir schon jetzt, wir haben die Zukunft nicht in der Hand, nur das Hier und Heute zählt, nur die Gegenwart hat Möglichkeiten einander zu lieben, einander zu helfen und füreinander da zu sein.
Wir Schwestern sind alle gesund, wofür ich sehr dankbar bin. Anders als in früheren Jahren um diese Zeit gibt es noch nicht einmal grippale Infekte mit Husten und Schnupfen, was uns manche Beunruhigung erspart. Schwer fällt uns, dass wir unsere Tür – vor allem unsere Kirchentür – geschlossen lassen müssen. Gastfreundschaft und Gebetsgemeinschaft gehört zu unserem Leben, und auf einmal sind wir ganz unter uns. Aber in unserem Gebet sind Sie alle immer mit dabei!