Leben aus den Quellen: Bibel und Kirchenväter
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Hier finden Sie in jeder Woche einen Kommentar der Kirchenväter zum Evangelium des Sonntags
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3. Fastensonntag im Jahr C Lk 13,1-9
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aus dem Kommentar des Origenes zum Römerbrief 7,18
Der Apostel schreibt: „Gott, der seinen Zorn zeigen und seine Macht erweisen wollte, hat die Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung bestimmt sind, mit großer Langmut ertragen. Um an den Gefäßen des Erbarmens, die er für seine Herrlichkeit bereitet hat, den Reichtum seiner Herrlichkeit zu erweisen, hat er uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden."
Wenn Gott die Ungläubigen und Untreuen geduldig erträgt, erweist er vor den Menschen seine Geduld und seine Macht. Seine Geduld erweist er, weil er lange wartet, ob sie nicht vielleicht wieder zur Einsicht kommen und umkehren, seine Macht erweist er, weil er irgendwann straft und die Verbrechen nicht allzu lange ungesühnt lässt. Anderseits erweist er den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen des Erbarmens, die sich gereinigt haben von allem Schmutz der Sünde, von dem niemand rein ist, auch wenn sein Leben nur einen Tag lang währte. Er hat diese Gefäße nicht aus unerkennbarer und willkürlicher Gnade für die Herrlichkeit bereitet, sondern weil sie sich vom Schmutz gereinigt hatten. Wie also zeigt Gott seinen Zorn? Paulus sagt: Durch die Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung bestimmt sind. Den Menschen tut Gott seinen Zorn kund, der nicht zu seiner Natur gehört; seine Güte dagegen und Köstlichkeit, die seiner Natur eigen sind, verbirgt er und hält sie verborgen, wie David sagt: „Wie groß ist deine Güte, Herr, die du verborgen hast für alle, die dich fürchten." Er weiß ohne Zweifel, dass das Menschengeschlecht gebrechlich ist und wegen seiner Nachlässigkeit zum Fallen neigt. Darum bekommt es den Menschen besser, unter der Furcht vor dem Zorn zu stehen, als durch die Hoffnung auf die Güte und Köstlichkeit Gottes sorglos zu werden.
aus der Schrift des heiligen Irenäus „Gegen die Häresien" 36,8; 37,3
Im Gleichnis vom Feigenbaum sagt der Herr: „Schau, schon drei Jahre komme ich hierher und suche an diesem Feigenbaum nach Früchten, finde aber keine." Mit diesem Wort weist Christus auf seine Ankunft durch die Propheten hin; durch sie kam er nämlich immer wieder, um bei seinem Volk nach der Frucht der Gerechtigkeit zu suchen. Doch er fand sie nicht. Es ist völlig klar, dass er darauf hinweist, dass der Feigenbaum aus diesem Grund gefällt wird. Aber auch ohne Gleichnisrede spricht der Herr zu Jerusalem: „Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt werden! Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln wie die Henne ihre Küken unter ihren Flügeln, aber du wolltest nicht. Schaut, euer Haus bleibt euch verödet zurück." Alles, was in Form von Gleichnissen gesagt ist, wäre nicht wahr, wenn wir darin nicht seine Ankunft durch die Propheten verstehen.
Gott hat den Menschen in Freiheit erschaffen. Von Anfang an besitzt der Mensch seine eigene Kraft und seine eigene Seele, um freiwillig Gottes Ratschluss vollziehen zu können, ohne von ihm dazu gezwungen werden zu müssen. Doch die Menschen werfen das Gute weg und speien es gleichsam aus. Deshalb werden sie alle verdientermaßen dem gerechten Gericht Gottes verfallen. Paulus hat das in seinem Brief an die Römer mit den Worten bezeugt: „Verachtest du etwa den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass es Gottes Güte ist, die dich zur Umkehr bringt?" Solche Stellen wie diese beweisen, dass der Mensch frei und eigenständig ist und Gott ihn durch seinen Rat unterstützt; er ermahnt uns, sich ihm zu unterwerfen, und lenkt uns vom Unglauben ab, aber er zwingt nicht mit Gewalt.
aus dem Kommentar des Theophylakt zum Lukasevangelium 123,912-916
Wir können den Feigenbaum als ein Bild für die ganze Menschheit verstehen: Gott der Vater wäre dann der Hausvater, der Sohn Gottes der Gärtner; er hat unter uns gelebt, um den Weinberg zu hegen und zu reinigen. Obwohl der Feigenbaum keine Früchte trägt, lässt Christus ihn nicht umhauen: „lass ihn dieses Jahr noch stehen!" sagt er. „Auch wenn sich die Menschen unter dem Einfluss von Gesetz und Propheten nicht gebessert und auch keine Früchte der Buße getragen haben, so werden sie vielleicht doch noch Früchte des Gehorsams bringen, wenn ich sie bewässere mit meiner Lehre und mit meinem Leiden. Hilft aber auch das nichts, dann kannst du sie austilgen aus dem Land der Gerechten."
Die Früchte, die von unsrer menschlichen Natur erwartet wurden, brachten wir dreimal nicht: Das erste Mal, als der Mensch im Paradies die Weisung Gottes übertrat; das zweite Mal, als man sich zur Zeit der Gesetzgebung das Kalb machte: „Sie tauschten", heißt es, „die Herrlichkeit Gottes gegen das Bild eines Stiers, der Gras frisst." Das dritte Mal brachten wir keine Frucht, als wir den Herrn und Erlöser mit den Worten verleugneten: „Wir haben keinen König außer dem Kaiser."
Jeder einzelne von uns ist so ein Feigenbaum im Weinberg Gottes, das heißt, er ist eingepflanzt in die Kirche beziehungsweise in diese Welt. Da kommt Gott, um Früchte zu suchen. Trifft er dich ohne Früchte an, dann gibt er den Befehl, dir das Leben zu nehmen. Der Weingärtner aber bittet um Schonung für dich. Wer ist jener Weingärtner? Es ist entweder der Schutzengel eines jeden Menschen oder auch der Mensch selbst. Jeder muss sich nämlich um seinen eigenen Weinberg kümmern. Immer, wenn wir an einer schweren Krankheit leiden oder wenn wir in andere Gefahren geraten, dann bitten wir: „Lass uns, Herr, noch dieses Jahr leben, und wir werden Buße tun." Die Buße – sie ist gewissermaßen das Umgraben und Düngen des Bodens.