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Bibel und Kirchenväter |
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Unser geistliches Leben in Mariendonk ist ganz von der Liebe zur Heiligen Schrift geprägt. Sie immer tiefer zu verstehen, ist unsere Freude und unsere Aufgabe. Da wir wissen, dass unsere eigene Einsicht begrenzt ist, lesen wir die Bibel in der Tradition der Kirche und mit Hilfe der Kirchenväter, von denen wir viele Texte in unserer Liturgie hören und deren Texte wir auch zum Inhalt unserer privaten Lektüre und unserer wissenschaftlichen Arbeit und auch der Vermittlung an die Gäste machen.
Unsere Schriftlesung hat als Ziel die Begegnung mit dem lebendigen Christus, von dem wir glauben, dass er das menschgewordene Wort Gottes ist. Da auch die Bibel in ihrer Gesamtheit Wort Gottes ist, können wir mit den Vätern der Kirche sagen, dass wir auf jeder Seite der Bibel Christus finden - im Alten wie im Neuen Testament. Vom hl. Hieronymus ist der Ausspruch überliefert: "Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen". Nach Ansicht der Väter der Kirche bringt uns jeder Text der Bibel in eine Beziehung zu Christus, denn er ist sowohl derjenige, der uns in ihr anspricht, als auch derjenige, von dem die Bibel spricht.
In der Bibel ist eine Sinnfülle verborgen, die niemals ausgeschöpft werden kann, denn Gottes Wort ist kein totes Wort, sondern ein Wort, das uns täglich neu zugesprochen wird. Die Kirchenväter vergleichen die intensive Gottesbegegnung, die wir durch die Schriftlesung erfahren, mit dem Empfang der Eucharistie. Sowohl wenn wir kommunizieren als auch wenn wir die Bibel lesen, empfangen wir den Leib Christi und werden zugleich in diesen Leib aufgenommen. "Wir essen sein Fleisch und trinken sein Blut nicht nur in der Eucharistie, sondern auch beim Lesen der Heiligen Schrift" (Hieronymus).
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Jesus hat uns in den Abschiedsreden verheißen: "Der Geist wird euch in die ganze Wahrheit einführen" (Joh 16,13). Dass Gott spricht, dass er sein Wort in unsere Welt sendet, dass dieses Wort uns auf jeder Seite der Bibel begegnet, all das würde uns noch nicht die volle Wahrheit schenken, wenn Gott nicht seinen Geist in unser Herz gegeben hätte. Der Geist ermöglicht es uns, das Wort Gottes von innen her zu verstehen nach dem Wort des Paulus: „Wir haben den Geist Christi, damit wir erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist" (1 Kor 2,16.12).
Der Heilige Geist hat nicht nur vor vielen hundert Jahren, als die Texte der Schrift entstanden, ihre Autoren inspiriert, sondern er inspiriert auch uns, die Leser, und nur weil er das tut und wenn er das tut, können wir den göttlichen Sinn der Schrift verstehen. Das macht ein Wort Gregors des Großen deutlich: „Die göttlichen Worte wachsen mit den Lesenden, denn je tiefer einer sie begreift, um so tiefer dringt er in sie ein...Du wirst einen solchen Fortschritt in der Heiligen Schrift erfahren, als du selber in ihr vorangeschritten bist... Und du merkst, dass die Worte der Heiligen Schrift einen himmlischen Sinn haben, sobald du, von der Gnade der Beschauung entflammt, selbst zu Himmlischem emporstrebst. Die wunderbaren und unaussprechlichen Vorzüge der Schrift werden dann wahrgenommen, wenn die Seele des Lesenden von der Liebe von oben durchdrungen ist."
Das Profil unserer Gemeinschaft und ihre Verantwortung vor Kirche und Welt ist:
Zeugnis geben von Christus, dem lebendigen Wort Gottes, dem wir im Alten und Neuen Testament begegnen.