5. Sonntag (B)
aus dem Kommentar des heiligen Beda zum Markusevangelium (1,1)
Wir hatten gesagt, dass man den Mann, der vom Dämon befreit worden war, in einem tieferen, geistigen Verständnis als den Geist des Menschen verstehen kann, der von unlauteren Gedanken gereinigt wurde. In diesem Sinn weist dann die Frau, die vom Fieber geprüft wird, aber auf den Befehl des Herrn hin geheilt wird, auf den Leib des Menschen hin, dessen glühende Begierde durch das Gebot der Enthaltsamkeit gekühlt wird.
Im Evangelium nach Lukas heißt es, dass die Jünger Jesus für die Schwiegermutter baten und er sich über sie beugte und dem Fieber gebot. Im selben Augenblick, da man den Heiland bittet, heilt er auch schon die Kranken. Damit zeigt er uns, dass er stets hilft, wenn wir seine Hilfe gegen die glühenden Leidenschaften erbitten. Es heißt: „Sofort verließ das Fieber sie, und sie diente ihnen."
Natürlich sind Fieberkranke, wenn sie gesund werden, noch schwach und spüren die Last der Krankheit. Aber die Gesundheit, die der Herr mit seinem gebietenden Wort gibt, kommt auf einmal und ganz. Die frühere Gesundheit kommt nicht nur wieder, sie wird auch von solcher Kraft begleitet, dass die Frau denen, die ihr geholfen haben, sofort dienen kann. Übertragen bedeutet das: Die Glieder, die einst dem Bösen dienten, um für den Tod Frucht zu bringen, können jetzt der Gerechtigkeit dienen zum ewigen Leben.





