Theologie & Wissenschaft

Für alle Schwestern unserer Gemeinschaft ist es unbedingt erforderlich, dass sie sich ihren Fähigkeiten entsprechend mit theologischen Fragen beschäftigen, denn der Glaube braucht ein Fundament. Dabei ist gerade die Theologie der Kirchenväter für unser geistiges Leben prägend. Doch neben der persönlichen Beschäftigung mit theologischen Themen ist es uns auch wichtig, unsere Erkenntnisse weiterzugeben und in der Forschung mitzuwirken.

Vieles erarbeiten wir während der stillen Zeit am Abend, die für geistige Lesung frei ist. Doch einige Schwestern können sich noch intensiver mit theologischen Arbeiten beschäftigen und betätigen sich in einem der folgenden Projekte:

Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern

Die Theologie der Kirchenväter, vor allem ihr Verständnis der Bibel, soll einem weiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Vor allem das Alte Testament ist für viele Christen nur schwer zugänglich. Die Kirchenväter erklären und aktualisieren diese schwierigen Texte der Heiligen Schrift, so dass sie fruchtbar werden können für unseren Glauben.

 Die Vetus Latina (altlateinische Bibel)

 Die Vetus Latina ist die erste Übersetzung der Bibel ins Lateinische und ist etwa im dritten und vierten Jahrhundert entstanden. Die ersten Christen lasen die Bibel auf Griechisch, also das Alte Testament in der jüdischen Übersetzung des hebräischen Textes ins Griechische (Septuaginta) und das Neue Testament in seiner Ursprache. Doch schon bald wurde das Lateinische die allgemeine Umgangssprache im gesamten Mittelmeerraum, und nur noch wenige Menschen verstanden Griechisch. Aus dieser Situation ergab sich die Notwendigkeit, die Bibel ins Lateinische zu übersetzen.

Übersetzung von Texten der Kirchenväter

 

Da viele der Kirchenvätertexte entweder überhaupt noch nicht ins Deutsche übersetzt sind oder die Übersetzungen schon veraltet sind, ist es schwierig, einen Zugang zur patristischen Theologie zu bekommen. Auch hier liegt eines unserer Anliegen. Daher übersetzen Schwestern lateinische oder griechische Texte, die vor allem für die biblische Theologie von Bedeutung sind. Einige Übersetzungen sind schon als Buch erschienen. Herausgegeben wurden der Römerbriefkommentar des Origenes und seine Homilien zum Buch Genesis, Exodus und Josua.

Weitere Übersetzungen und Studien finden Sie in der Bücherliste unseres Klosterladens.

Psalmenauslegung der Kirchenväter

psalmen

In der Bibel finden wir ein Buch mit Gebeten, den Psalter. Diese Gebete sind uns heute fremd geworden, die gewaltbesetzte Sprache läßt uns fragen, was diese Texte mit dem christlichen Glauben zu tun haben. Schaut man jedoch in die Geschichte der Kirche, wird sehr schnell deutlich, dass für die Christen der ersten 1500 Jahren dieses Problem offenbar nicht bestand, die Psalmen waren ihr Gebet und wurden immer wieder meditiert und für den eigenen Glauben fruchtbar gemacht. Das Neue Testament berichtet, dass Jesus die Psalmen betete, so dass es nahelag, sich als Christ auch im Gebet in seine Nachfolge zu stellen. Im Vollzug des Psalmengebetes erkannten die frühen Christen, dass die Psalmen auf dem Hintergrund von Leiden, Sterben und Auferstehung Christi einen neuen Sinn bekamen, sie sprechen von Jesus Christus und weisen auf ihn hin.
Eine Auslegung, die die Psalmen auf Jesus Christus und seine Kirche bezieht, war viele Jahrhunderte der Grund für die Hochschätzung der Psalmen im Christentum. Die Psalmen waren das wichtigste Gebet der Christen und wurden als solches von fast allen großen Theologen erklärt. Im vorliegenden Kommentar soll der Reichtum dieser patristischen Psalmenauslegung erschlossen werden. Wir betreten damit Neuland, denn die systematische Beschäftigung mit dem Gebet und dem Psalmenverständnis der frühen Kirche steht noch am Anfang.

 

Sirach-Synopse

www.sirach-synopse.de