"Ausbildung zur Nonne"

Gott suchen

Wer sich einer benediktinischen Ordensgemeinschaft anschließen will, muss vor allem bereit sein, ein Leben lang Gott zu suchen. Unser Gott ist ein verborgener Gott und der Weg zu ihm ist am Anfang oft schwierig, aber das Leben in einer Gemeinschaft unter Führung des Evangeliums verheißt, dass am Ende das Herz wahrhaft weit werden kann angesichts der Größe der Liebe Gottes.

Für jede Frau, die ihre Berufung zum Klosterleben prüfen möchte, erfolgt die Aufnahme stufenweise über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren. Das gewährleistet genügend Zeit, den Alltag im Kloster von allen Seiten zu erleben, und gibt auch der Gemeinschaft die Möglichkeit, die neue Mitschwester gründlich kennen zu lernen.

Eintritt - Postulat - Einkleidung

 Zunächst wird bei einem längeren Gastaufenthalt überlegt, ob die Voraussetzungen für eine Aufnahme in unsere Gemeinschaft gegeben sind. Beim Eintritt wird die neue Schwester mit einem kurzen Ritus im Kapitelsaal in das Postulat aufgenommen. Nach etwa einem Jahr findet in einem feierlichen Ritus während der Vesper die Einkleidung statt. Dabei bekleidet die Äbtissin die Schwester mit der Tunika, dem Gürtel, dem Skapulier und dem weißen Schleier. Außerdem bekommt die Schwester einen neuen Namen.

Noviziat

Das Noviziat ist die eigentliche Probezeit. Es dauert zwei jahre. In dieser Zeit soll die Novizin und die Gemeinschaft prüfen, ob das Leben in unsrer Gemeinschaft wirklich ihre Berufung ist und dem Willen Gottes entspricht.

Erste Profess

Nach weiteren zwei Jahren bittet die Novizin um die Zulassung zur ersten Profess. Die Entscheidung, ob man sie zulassen will, liegt bei allen Schwestern mit ewiger Profess, die in einer geheimen Abstimmung darüber befinden. Dadurch wird deutlich, dass die Berufung zum Ordensleben etwas ist, das man als Geschenk empfängt und worüber die einzelne nicht verfügen kann. Die Profess findet während der Eucharistiefeier statt. Dabei verspricht die Novizin zunächst für drei Jahre Gehorsam, Beständigkeit und klösterlichen Lebenswandel. Über dieses Versprechen fertigt sie eine Urkunde aus, die sie auf dem Altar unterschreibt. Dann singt sie den Vers:

"Nimm mich auf, o Herr, nach deinem Wort, dann werde ich leben!  Enttäusche mich nicht in meiner Hoffnung!" (Ps 119,116)

und bekommt als Zeichen ihrer Profess die Benediktusregel von der Äbtissin überreicht.

Ewige Profess

Die ewige Profess findet während der Eucharistiefeier in einem feierlichen Ritus statt. Während der Feier wird die Schwester mit dem schwarzen Schleier und der Kukulle, dem festlichen Chorgewand, bekleidet und erhält einen Ring zum Zeichen der unverbrüchlichen Bindung an Christus. Außerdem wird ihr das Chorbuch überreicht, weil sie von nun an beauftragt ist, das Gotteslob der Kirche zu feiern zum Heil der Welt.

Den Alltag (er)leben

Während der gesamten Ausbildungszeit findet mehrmals wöchentlich Unterricht statt, in dem Grundlagen aller theologischen Fächer und die Auslegung der Regel des heiligen Benedikt für unsere Gemeinschaft vermittelt werden. Zur Vertiefung des theologischen Wissens steht den jungen Schwestern darüber hinaus genügend Zeit zur Verfügung.