Fastenzeit

Das Wortfeld „Freude“ kommt in der Benediktusregel viermal vor, davon zweimal im Kapitel über die Fastenzeit. Dort wird gefordert: „In der Freude des Heiligen Geistes Gott etwas darbringen“ und: „Mit geistlicher Sehnsucht und Freude das heilige Osterfest erwarten.“
Christliche Freude ist nicht gleich Vergnügen, sondern eine der Gaben Jesu Christi, es ist „seine Freude (Joh 17,13), die er uns in Fülle versprochen hat und die Anteil ist an der Freude des dreifaltigen Gottes.
Was hindert diese Freude? Am meisten das Mißtrauen, dass die Umkehr zu Gott mit Verlusten verbunden ist. Von daher wäre ein erster Schritt in der Fastenzeit, sich einzugestehen, dass man wir dieser Zeit nicht mit Freude, sondern mit Unlust entgegensieht und Gott zu bitten uns seine Freude zu schenken.
In unserem Kloster besteht die Fastenzeit nicht in irgendwelchen besonderen Verzichten, sondern in der Besinnung auf das, was wir eigentlich wollen. Wir alle fallen ständig aus der umfassenden Gemeinschaft mit Gott heraus, ziehen ihm andere Dinge vor. Diese Dinge sind oft nicht böse, sie werden es aber, wenn wir sie vergötzen. Daher ist Umkehr nötig oder besser gesagt Hinkehr zu Gott. Nicht dass wir etwas leisten, ist wichtig, sondern dass wir die richtige Werteordnung des Lebens neu einüben
Gott hat uns die Dinge dieser Welt  zur Freude gegeben und wir sollten sie nicht verachten, aber wir sollten wachsam sein, wo uns etwas von Gott und seiner Freude abziehen will.